Südwestdeutsche Medienholding – ein Dauersanierungsfall?

Von Ralf Keuper

Die Südwestdeutsche Medienholding ist in der Öffentlichkeit kaum bekannt. Das gilt jedoch nicht für ihre wichtigste Beteiligung, die Süddeutsche Zeitung, immer noch die auflagenstärkste Zeitung Deutschlands; wenngleich über Jahre mit deutlich fallender Tendenz. Mit insgesamt 6.100 Mitarbeitern und einem Umsatz von annähernd 900 Mio. Euro im Jahr 2016 gehört die Südwestdeutsche Medienholding zu den größten Medienkonzernen Deutschlands, obschon auch dies allein kein Gütesiegel mehr ist, wie die Aufstellung der größten Medienkonzerne der Welt zeigt (Vgl. dazu: Medienindustrie in Auflösung).

Im Jahr 2007 erwarb die SWMH die Süddeutsche Zeitung für rund 500 Mio. Euro (Vgl. dazu: „Süddeutsche“ geht an Medienholding). Seitdem macht die SWMH mit Meldungen über Stellenstreichungen, Personalfluktuation in der Führungsetage, die Zusammenlegung von Redaktionen und die Einstellung von Titeln auf sich aufmerksam:

Wie ernst die wirtschaftliche Lage ist, zeigt ein Blick in die Bilanz von 2016 (Quelle: Unternehmensregister).

Umsatzerlösen in Höhe von 879 Mio. Euro stand ein Konzernbilanzverlust von 159 Mio. Euro gegenüber. Der Verlust setzt sich vor allem aus dem Verlustvortrag in Höhe von 146 Mio. Euro zusammen. Für das Geschäftsjahr 2016 verzeichnete man einen Verlust von 7.9 Mio. Euro.

Das Eigenkapital ist mit 83,6 Mio. Euro bei einer Bilanzsumme von 764 Mio. Euro mehr als bescheiden.

Es dürfte schwierig werden, hier zu einem dauerhaften Turnaround zu kommen, zumal die Geschäftsleitung auch für das Jahr 2017 von einem Verlust in ähnlicher Größenordnung wie 2016 ausging.

Der Eindruck mag täuschen, aber: Erfolg sieht irgendwie anders aus.

 

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