Der deutsche Journalist leidet unter gottgewollten Abhängigkeiten (Carl von Ossietzky)

Der deutsche Journalist leidet unter gottgewollten Abhängigkeiten. Als Mitglied seiner Organisation, als Arbeitnehmer, der nach Rechten und höherer sozialer Wertung strebt, wird er sofort zahm und zittrig. Er bestimmt nicht seine Rangklasse selbst, er lässt sich platzieren. ..

Man kann nicht kämpfen, wenn die Hosen voller sind als das Herz.

Quelle: Carl von Ossietzky – Lesebuch. Der Zeit den Spiegel vorhalten.

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Die Ambivalenz der Literatur (Siegfried Lenz)

Die Ambivalenz der Literatur: der Einzelne bringt sie zum Vorschein, indem er sie entschlüsselt und für sich eine Wahl trifft. Dass es unter hundert Einzelnen nicht zu übereinstimmender Rezeption kommen kann, ist nur selbstverständlich. .. Bei aller Anerkennung der Autorität des Textes fühlt er sich zu Deutungen berechtigt, und hierin zeigt sich der Reichtum der Literatur. Sie bleibt eine Aufgabe, will immer von neuem entziffert, befragt, über die Zeit gebracht werden, als ein Angebot an den Einzelnen, übergreifende Erkenntnis zu gewinnen. Und so lange es ein Bedürfnis danach gibt, wird es das Buch geben; die Ausgießung des heiligen Geistes oder eine neue Bergpredigt mittels Elektrizität wird es nicht aus der Welt bringen.

Quelle: Mutmaßungen über die Zukunft der Literatur

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Ohne Schlüssel und Schloss – Chancen und Risiken von Big Data

Weitere Informationen:

Ausstellung zum Thema Datensicherheit (ard mediathek)

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Schlagworte-Schlagbilder. Ein Gespräch mit Vilem Flusser (Harun Farocki, 1986)

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Is there a reason why junk information is so widespread?

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Plädoyer für einen hastigen Journalismus (G.K. Chesterton)

Ein erster Schritt auf dem Weg zu einem ehrlichen Journalismus ist das Eingeständnis, dass es sich um Journalismus handelt – und um nicht mehr. Es geht um Arbeiten, die in fürchterlicher Eile meist mitten in der Nacht verfasst werden, und zwar von Menschen, die sich – so schrecklich das klingen mag – in der Regel durch eine ganz normale und durchschnittliche Intelligenz auszeichnen. Journalismus kann gar nicht akkurat sein. Ehrlich, das wohl: und wenn er ehrlich ist, wird er seine notwendige Flüchtigkeit und Ungenauigkeit eingestehen oder stolz darauf sein. Vom Journalismus erwartet man nämlich gar nicht die letztgültige Wahrheit über russische Feuerwaffen oder die kanadische Staatsfinanzen. Vom Journalisten erwartet man, dass er seine eigenen Gedanken und Überzeugungen wahrheitsgmäß darlegt. …

Eine Zeitung ist keine Enzyklopädie und sollte sich auch nicht so gebärden. Zeitung und Enzyklopädie teilen aber am Ende das gleiche Los: Ihre Irrtümer werden aufgedeckt. Doch gibt es einen Unterschied: Die Zeitung erscheint so schnell, dass selbst ihre Fehler wichtig sind; die Enzyklopädie folgt so spät, dass auch ihre Entdeckungen keine Rolle mehr spielen. Die Zeitung ist der beste Spiegel der täglichen Eindrücke, denen ein intelligenter Mensch ausgesetzt ist – sei es als Journalist oder Leser. Wenn sie mehr als das sein möchte, täuscht sie sich etwas vor. .. ; echter Journalismus ist journalistisch. Journalistisch sein heisst täglich zu erscheinen, heisst ständig neue Eindrücke aufzunehmen und sie als wahrheitsgetreu weiterzureichen.

Quelle: In den Sand geschrieben. Betrachtungen

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Hans Mathias Kepplinger: Journalisten als Opfer des Internet

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Lutz Hachmeister über Gerüchte im Netz

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Journalismus von Morgen – Die Virtuelle Feder (arte – Dokumentation)

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„Das goldene Zeitalter des Fernsehens dauert an“ – aha …

Von Ralf Keuper

Für den scheidenden Chef der Ufa, Wolf Bauer, sind die goldenen Zeiten des Fernsehens noch lange nicht vorbei, wie er dem Interview „Das goldene Zeitalter des Fernsehens dauert an“ mit der FAZ vom 1.09.17 zu Protokoll gibt. Auf die Frage, ob es nicht so sei, dass die Amerikaner den Fernsehmarkt beherrschen, antwortet Bauer:

Ich bin fest davon überzeugt, dass die europäischen, die deutschen Produzenten und wir als Ufa auf diesem globalen Markt eine Rolle spielen können. Die Nachfrage nach internationalen Stoffen und seriellen Produktionen ist gestiegen. Die Nachfrage ist so hoch, dass sich in globales Angebot vieler Produzenten entwickeln kann. Gleichzeitig sehen wir auch, dass ein Überangebot an amerikanischen Serien eher einen Nischenmarkt besetzt, bei großen Sendern funktionieren sie nicht.

In der Studie Wirtschaftliche Bedeutung der Filmindustrie in Deutschland heisst es u.a.:

Vor allem TV-Veranstalter mit hohem Serien- und Spielfilmanteilen stehen nun zunehmend mit teilweise international agierenden Online-Videoplattformen im Wettbewerb. Video-on-Demand-Anbieter sowie die wachsende Nachfrage nach zeitunabhängig nutzbaren Bewegtbildangeboten zwingen auch in Deutschland sowohl Free-TV- als auch Pay-TV-Programmanbieter dazu, sich im non-linearen Online-Geschäft neu aufzustellen.

Während die ProSiebenSat.1 Media AG mit Maxdome über einen eigenen VoDVertriebskanal verfügt, der auch fremde Inhalte offeriert, beschränkt sich die Mediengruppe RTL Deutschland bislang vor allem auf VoD-Portale für die Sendungen der eigenen TV-Kanäle und auf die Werbevermarktung von eigenen TV-Inhalten (Mediatheken). Sky hat ebenfalls ein eigenes VoD-Portal realisiert und bietet Abonnenten mit Sky Go außerdem eine Plattform, um Inhalte jederzeit und überall auch über das (mobile) Internet abrufen zu können.

Das bislang noch erfolgreiche Geschäftsmodell von RTL und ProSieben stösst an seine Grenzen. Gegenüber stehen ihnen große digitale Plattformen mit einer Reichweite, die bei Tencent, facebook, Google/Youtube oder Alibaba mehrere hundert Millionen Nutzer beträgt. RTL & Co. sind auf die Plattformen, auf die Hardware (Smartphones, Smart TV) und Software (Betriebssysteme) der großen Internetkonzerne angewiesen.

Im Interview mit kress antwortet Lutz Hachmeister auf die Frage, wie das klassische Fernsehen noch gegen Anbieter wie Netflix, Amazon oder YouTube bestehen kann:

Im Moment scheint das nicht so dramatisch zu sein. RTL macht weiter Gewinne, und ARD und ZDF geht es schon aufgrund ihrer stabilen Beitragseinnahmen nicht schlecht. Aber die Streaming-Dienste entwickeln eine immer größere Dynamik. Sie werden auf mittel- und langfristige Sicht das lineare Fernsehen marginalisieren. Aber dieses wird nicht sterben, es werden sich nur noch mehr Bewegt-Bildangebote auf das Netz verlagern. Das heißt: Erst einmal ändert sich nur die Distributionsform, weniger die Produktionsverhältnisse.

Einen großen strategischen Vorteil haben dann diejenigen Anbieter, die sowohl die Produktion wie auch die Distribution dominieren bzw. als Gatekeeper fungieren, wie die bereits angesprochenen Internetkonzerne, wie Tencent (Vgl. dazu: Internetkonzerne drängen verstärkt in die Film- und Unterhaltungsindustrie). Ob Multi-Channel-Networks ein probates Mittel sind, um sich diesem Trend zu entziehen, darf bezweifelt werden (Vgl. dazu: Multi-Channel-Networks (MCN) – Rettungsanker für die Medienkonzerne?).

Die klassischen Medienkonzerne müssen aufpassen, nicht zu Nischenanbietern, wie Ufa, oder bloßen Zulieferern zu mutieren. Der Kuchen dürfte für sie kleiner, und nicht größer werden.

Weitere Informationen:

Xiaomi, Alibaba, Tencent, Baidu, Youku, SoftBank, Line – die asiatischen Internetkonzerne erobern den Medienmarkt

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