Die Teilhabe des Körpers an den heutigen Medienumgebungen

Es ist wichtig, dass wir das Wesen der Teilhabe des Körpers an den heutigen atmosphärischen Medienumgebungen verstehen; hier geht es nicht darum, dass der Körper nicht mehr länger involviert oder wichtig sei, sondern dass er sein .. Vorrecht als paradigmatischer “Rahmer von Informationen” eingebüßt hat. In deutlichen Whiteheadschen Begriff gesprochen, erfährt der Körper Medien nicht, indem er sie in seine eigene innere .. Handlungsmacht eindringen lässt, sondern er wird – oder vielmehr ist immer schon – selbst in die einfassende Umwelt einbegriffen, die durch die heterogene, auf unterschiedlichen Skalen stattfindende und radikal verschiedene, die weltliche Empfindsamkeit bearbeitende Operation der Medien konstituiert wird. Wir können sogar behaupten, dass der Körper eins wird mit der einfassenden Umwelt, aus der er hervorgeht. In dieser Hinsicht werden werden Medien in erster Linie als “atomistische” Empfindungen in allen Größenordnungen erfahren; erst danach – und auf einer weit höheren Organisationsebene – werden sie als “Gegenstand” von Wahrnehmungen erfahren .. .

Quelle: Mark B. N. Hansen, Medien des 21. Jahrhunderts, technisches Empfinden und unsere originäre Umweltbedingung, in: Die technologische Bedingung. Beiträge zur Beschreibung der technischen Welt, hrsg. von Erich Hörl.

Veröffentlicht unter Mediengeschichte, Medienträger, Medienwandel, Medienwissenschaften | Hinterlasse einen Kommentar

Zum Leser wird man nicht von allein

Zum Leser wird man nicht von allein. Wer sich nicht nur darauf verlassen will, dass Imbissketten Kinderbücher als Zugabe zum Burger-Menü verteilen, sollte lieber auf eine Art Bibliothekstraining für Grundschüler drängen – nicht nur in den Metropolen. Wer gegen Fake News ist, sollte den Zugang zu geprüftem Wissen zu schätzen wissen. Und wer von Integration spricht, sollte nicht das immense Potential verkennen, das im Besuch der Stadtbibliothek liegt, wo neben “Michel aus Lönneberga” eben auch politische Zeitschriften liegen … .

Denn wenn es einen Ort gibt, an dem sich unsere Gesellschaft mit all ihren Werten und ihren Widersprüchen spiegelt samt der Freiheit, sich aus dem Angebot ganz allein und unbeobachtet das Passende herauszusuchen, ohne befürchten zu müssen, wie im Internet dabei auf Schritt und Tritt registriert zu werden, dann ist es hier.

Quelle: Tilman Spreckelsen, Diese Institutionen sind der Spiegel unserer Gesellschaft, FAZ vom 12.06.18

Veröffentlicht unter Medienträger, Medienwandel | Hinterlasse einen Kommentar

Propaganda: Die Wissenschaft der Meinungsmache | Doku | ARTE

Veröffentlicht unter Desinformation / Propaganda | Hinterlasse einen Kommentar

Zur Medialität des Wissens

Wissen lässt sich .. nie außerhalb seiner performativen Konstruktion denken. Medialität strukturiert die Möglichkeiten der Erkenntnis und vereinheitlich ihre Repräsentation. Sie ist dabei aber selbst nicht Teil des durch und in den Medien (zu denen auch die Sprache zählt) gewonnen Wissens. Jede Wahrnehmung und jedes Wissen folgt damit seiner spezifischen Medialität, die im Erkenntnisprozess jedoch verborgen bleiben muss. …

Die durch Medien hervorgebrachte Bedeutung kann nie ein reines Objekt des Wissens sein, sondern wird stets durch jemanden erfahren, dabei mitkonstruiert und erst durch das Medium sichtbar. …

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Medien weder neutrale Überträger von Bedeutung sind (Medien als Träger der Information) noch jede Wahrnehmung, jedes Wissen, jede Bedeutung determinieren (Medium als Botschaft). Der dargestellte Zusammenhang von Medialität und Wissen zeigt vielmehr, dass ein Medium eben keine Bedeutungen sichtbar macht, die ohne das Medium schon vorhanden wären. Diese entstehen – in sozialen Prozessen (der Wahrnehmung oder Kommunikation) – erst mit dem Medium, so dass Medien nie als isolierbare Objekte betrachtet werden können.

Quelle: Digitales Wissen, Daten und Überwachung

Veröffentlicht unter Medienwissenschaften | Hinterlasse einen Kommentar

Der bunte Kiosk der Presselandschaft

Veröffentlicht unter Journalismus, Medienindustrie | Hinterlasse einen Kommentar

Was Netflix die Nutzerdaten sagen

Der Programmchef von Netflix, Ted Sarandos, in einem Interview mit der FAZ vom 15.05.18 (“Deutschland ist immer noch ein verschlossener Markt”) auf die Frage:

Was sagen Ihnen nun Ihre Nutzerdaten?

Sarandos: Dass die Leute unterhalten werden wollen. Dass man ihnen große Geschichten erzählen muss. Es ist ganz einfach: Wir wissen, dass wir in einem Land nicht ankommen, wenn die Nutzer, auch die, die das Abo nicht gleich kündigen, kaum Netflix gucken. Die sehen zwei bis drei Stunden im Monat, taugen als Multiplikatoren aber nichts, weil sie ihren Freunden auch nicht erzählen, wie großartig wir sind. Wir schauen also, wie viel die Abonnenten, die drei Monate oder länger dabeibleiben, im Schnitt geguckt haben, und sehen dann sehr schnell, wie gut wir das machen. Dahinter steckt immer die Frage: Wie gut können wir unsere Programmpräsentation an den jeweiligen Geschmack anpassen?

Veröffentlicht unter Medienindustrie, Medienwandel | Hinterlasse einen Kommentar

Waterstones – Großbritanniens größte Buchhandelskette schreibt wieder schwarze Zahlen und expandiert

Von Ralf Keuper

Die größte Buchhandelskette Großbritanniens, Waterstone, hat im vergangenen Geschäftsjahr einen Gewinn von achtzehn Millionen Pfund erzielt. Inzwischen eröffnet Waterstone neue Filialen – sowohl in Großstädten wie auch auf dem Land. In den Kleinstädten tragen die Läden die jeweiligen Ortsnamen, um so den Eindruck unabhängiger Buchläden zu erwecken (Vgl. dazu: Die britische Buchhändler-Kette „Waterstones“ erholt sich). Vor wenigen Wochen erst erwarb Elliot Advisors die Mehrheit an Waterstone. Der neue Eigner plant weitere Investitionen, u.a. in die Logistik und in Zusatzsortimente (Vgl. dazu: Größer, besser, Waterstones).

Über das Erfolgsrezept von Waterstone und seines CEO James Daut, der vor seiner Zeit bei Watersone als selbständiger Buchhändler tätig war, schreibt die FAZ:

Er hat auf das Filialgeschäft ähnliche Prinzipien angewandt, wie in seinen eigenen auf Qualität und kenntnisreiche Bedienung setzenden Buchhandlungen, indem er einzelnen Verkaufsstellenleitern Verantwortung für ihr Sortiment übertrug. Statt erdrückender Einheitlichkeit wird auf die jeweilige Klientel zugeschnittene Eigenständigkeit gefördert, mit dem Erfolg, dass es kaum noch Remittenden gibt.

Weitere Informationen:

Waterstones: Größter britischer Buchhändler verabschiedet sich vom E-Book

Londons wundervolle Buchhandlungen

Waterstones eröffnet neue Buchhandlung. Filialist setzt auf Café und WLAN

Veröffentlicht unter Medienwandel | Hinterlasse einen Kommentar

Die Meinungsbildung in der heutigen Welt – Prof. Wolfgang Schweiger über Fake News

Veröffentlicht unter Medienwandel, Medienwissenschaften | Hinterlasse einen Kommentar

Ästhetik und politische Ikonographie der Briefmarke

Die Briefmarke scheint ein so alltäglicher Gegenstand zu sein, dass ihr – von Motivsammlern einmal abgesehen – eine kunsthistorische oder gar ästhetische Aufmerksamkeit weitgehend versagt geblieben ist. Dabei hat Aby Warburg schon sehr früh die Briefmarke als ein Feld politischer Ikonographie erkannt, und auch von Walter Benjamin liegen Beobachtungen hierzu vor. Im Anschluss an frühere kulturgeschichtliche Arbeiten zur Bildersprache des deutschen Geldes untersucht der Vortrag am Beispiel der optischen Vergegenwärtigung des Brandenburger Tores auf Briefmarken der Weimarer Republik, des Dritten Reichs, der DDR und der Bundesrepublik die ästhetischen Darstellungs- und ikonographischen Propagandamöglichkeiten eines wenig beachteten Mediums.

Quelle / Link: Ästhetik und politische Ikonographie der Briefmarke 

Veröffentlicht unter Mediengeschichte, Medienwissenschaften | Hinterlasse einen Kommentar

Buchdruck unter Johannes Gutenberg I musstewissen Geschichte

Veröffentlicht unter Mediengeschichte | Hinterlasse einen Kommentar