Die Philologie will nicht hinnehmen, dass die Arbeit am Text zu einem Randphänomen verkommt

.. die Philologie will nicht hinnehmen, dass ihr Kerngeschäft, die Arbeit am Text, zu einem Randphänomen verkommt. Sie, diese grundlegende, zuletzt jedoch etwas verblasste Wissenschaft, könnte dafür sorgen, dass die Texte wieder zu ihrem Recht kommen, während die Literaturwissenschaft prekäre Verhältnisse mit Kultur- und Geschichtswissenschaft, Soziologie oder Philosophie eingeht. …

Eine Kunst des Lesens, die beobachtet, beschreibt und strukturiert, versteht sich weder als interessengeleitet noch verfolgt sie einen extern definierten Sinn, zumal sich dieser oft als bloße Bestätigung fragwürdiger Annahmen entpuppt. …

Wenn Wissenschaft bedeutet, Texte ernsthaft zu lesen und zu beschreiben, dann ist Philologie eine, vielleicht die wichtigste Wissenschaft. Sie kann unsere Gewissheiten auf heftigste erschüttern – welch verführerische Aussicht!

Quelle: Lassen wir die Sache, FAZ vom 30.05.2018, von Melanie Möller

Weitere Informationen:

Osnabrücker Erklärung zum Potential Europäischer Philologien

Internationale Koordinationsstelle Theorie der Philologie

 

Dieser Beitrag wurde unter Medienkritik, Medienwissenschaften veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.