Lesen macht mobil, Fernsehen debil

Wir wissen, dass Lesen und Schreiben und Denken sich bedingen, aber nur, wenn sie im frühen Alter als Einheit erlebt werden. “Ja, das grenzenloseste aller Abenteuer meiner Kindheit, das war der Lesehunger, und ein besseres Geschenk hat das Leben mir nicht beschert” erinnert sich Astrid Lindgren. Dass der geistige und dann auch machtpolitische Aufschwung Europas mit der Gutenbergschen Buchdruckerkunst, dass der Wohlstand für alle mit dem Lesen für alle begann, diese Lektion vernachlässigen wir. Unsere Kultur ist längst logasthenisch geworden. Alle großen Weltreligionen lieben das Wort und scheuen das Bild. Wir sollten uns fragen warum.

Quelle / Link: Lesen macht mobil, Fernsehen debil, Autor: Alexander Schuller, in: Welt am Sonntag 26.4.1998

Dieser Beitrag wurde unter Literatur, Mediengeschichte, Medienkritik veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.