Einige Anmerkungen zum deutschen Film

Von Ralf Keuper

Woher kommt es, dass der deutsche Film seit Jahrzehnten auf internationaler Ebene kaum wahrgenommen wird?

Als die Filmkunst noch in den Anfängen stand, kamen wichtige Impulse aus Deutschland u.a. von Friedrich Wilhelm Murnau. In Österreich sind vor allem Fritz Lang und Josef von Sternberg zu nennen.  Im Studio Babelsberg entstanden Filmklassiker wie Metropolis. Nicht zu vergesssen: die UFA AG

Am 18. Dezember 1917 wurde die Universum Film als Antwort auf die ausländische Filmkonkurrenz und Propaganda von einem Konsortium unter der Leitung des Vorstandsmitglieds der Deutschen Bank, Emil Georg von Stauß, gegründet.(Quelle: Wikipedia)

Verantwortlich für die geringe Bedeutung des deutschen Films im internationalen Vergleich waren gewiss auch der 1. und 2. Weltkrieg sowie die Tatsache, dass Deutsch keine Weltsprache ist, wie überhaupt die deutsche Sprache nach dem 2. Weltkrieg bei vielen im Ausland diskreditiert war.

Aber reicht das als Begründung?

Deutsche Filme zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass ihre Handlung voraussagbar ist. Auch mir geht es wie vielen anderen, die sich einen deutschen Film aus Prinzip nicht anschauen.

Im Gegensatz zum deutschen kann der französische Film große internationale Erfolg erzielen (Vgl. dazu: Das Anti-Hollywood-System: Die Erfolge der französischen Kinoindustrie).

Er verfügt über weitaus mehr Stilelemente als der deutsche Film, der letztlich nur dann für Aufsehen sorgt, wenn die Geschichte des Dritten Reiches thematisiert wird, wie in Die Blechtrommel, Das Boot oder Das Leben der Anderen. Ansonsten handelt es sich im besten Fall um Milieustudien, wie bei Helmut Dietl und Dieter Wedel.

Zwischenzeitlich gab es noch Rainer Werner Fassbinder. International bekannte Regisseure sind Volker Schlöndorff, Werner Herzog und Wim Wenders. Bei den Schauspielern sieht es nicht besser aus: Nach Marlene Dietrich gab es bisher keine Schauspielerin von vergleichbarem Rang. Stattdessen Katja Riemann und Veronica Ferres.  Bei den Männern sind es Österreicher, wie Klaus Maria Brandauer, Christoph Waltz und Arnold Schwarzenegger, die in Hollywood wahrgenommen werden. Ein Lichtblick ist auch Michael Ballhaus, einer der bedeutendsten Kameraleute des deutschen und internationalen Films (Wikipedia).

Der deutsche Film lebt zum großen Teil von den GEZ-Gebühren. Ohne sie wäre er verloren. Vielleicht ist die Subventionierung das Problem? Hätten wir dann weniger Mittelmaß? Nichts gegen Studio Hamburg und Bavaria Film – aber: Das ist zuwenig.

Was die Filmförderung angeht, lohnt auch hier ein Blick nach Frankreich.

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