Holografisches Prinzip

Wenn Sie mit einer VR-Brille durch beeindruckende virtuelle Landschaften marschieren, sehen Sie einen dreidimensionalen Raum – doch dieser wird von zwei flachen Bildschirmen vor Ihren Augen aufgespannt. Allgemein bezeichnet man als das “holografisches Prinzip” einen Zusammenhang zwischen einer räumlichen Struktur und von deren Äquivalent auf einer Fläche.

Das Prinzip lässt sich zum Beispiel einsetzen, um das Informations-Paradoxon des Schwarzen Loches zu lösen, das gegen den Determinismus verstößt, ein fundamentales Prinzip der Quantentheorie. Wenn wir eine komplette Beschreibung aller Eigenschaften eines Objekts zu einer bestimmten Zeit besitzen, müssten wir demnach herausfinden können, wie es sich kurz zuvor verhalten hat.

Wenn diese Information jedoch zerstört wurde – und genau das, wies Stephen Hawking nach, passiert im Schwarzen Loch – ist das nicht mehr möglich. Es sei denn, die Informationen wären irgendwie in der Fläche des Ereignishorizonts kodiert. Damit wären die räumlichen Entsprechungen zuvor nie etwas anderes als Hologramme gewesen (Quelle: Die Welt als Hologramm).

Die dreidimensionale, normale Erfahrungswelt – das mit Galaxien, Sternen, Planeten, Häusern, Steinen und Menschen gefüllte Universum – ist ein Hologramm, ein Abbild der Realität, das auf einer fernen, zweidimensionalen Fläche kodiert ist. Dieses neue Gesetz der Physik, das Holografische Prinzip, behauptet, dass alles, was sich in einer Raumregion befindet, beschrieben werden kann durch Bits der Information, die auf den Rand beschränkt ist. …

Das holografische Prinzip weicht schockierend von allem ab, was wir bisher gewohnt waren. Dass die Information über das Volumen des Raums verteilt ist, erscheint so intuitiv, dass man kaum zu glauben vermag, dass es falsch sein könnte. Doch die Welt ist nicht gevoxelt, sie ist gepixelt, und die gesamte Information ist am Rand des Raums gespeichert (Leonard Susskind: Der Krieg um das Schwarze Loch. Wie ich mit Stephen Hawking um die Rettung der Quantenmechanik rang).

 

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