„Pioniere des Comic“ (Ausstellung in der Schirn)

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Das Herz sitzt links – Klaus Wagenbach

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Matthias Horx über Europas ganz normale Krisen + deren verzerrte Wahrnehmung der Mediengesellschaft

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Es besteht das Risiko, dass das Analoge ganz und gar verloren geht (Paul Virilio)

Wenn etwas überholt ist, so die motorielle Beschleunigung. Die Beschleunigung der Wahrnehmung ist gerade dabei, unser Verhältnis zu den Phänomenen drastisch zu verändern. Die Phänomenologie ist keine Utopie, sondern eine Wahrscheinlichkeit. ..

Der Unterschied zwischen Wahrheit und Wahrscheinlichkeit ist der Anfang der Repräsentation, und die Phänomenologie ist Repräsentation, keine Wahrheit, sondern Wahrscheinlichkeit. Es gibt etwas, was verloren ist, weil wir Menschen sind und eben nicht Gott. Man erreicht die Wahrheit der Phänomene nur über die Wahrscheinlichkeit, und diese verlief bisher über die direkte Wahrnehmung, das Analoge und die malerische, fotografische oder skulpturale Repräsentation. Das alles waren analoge Bilder. Über virtuelle Bilder betreten wir ein Gebiet, wo die Realität sich verdoppelt. Einerseits ist sie durch Phänomene, die nicht verschwinden dürfen, sowie durch die Repräsentation stets die gleiche. Andererseits wird sie repräsentiert per Digitalisierung. Was man virtuelle Realität nennt, ist völlig kalkuliert, völlig berechnet und völlig unabhängig von der analogen, der visuellen, auditiven sowie anderen Repräsentationsarten. Es handelt sich um eine Verdoppelung der Phänomene. Wenn ich beispielsweise virtuelle oder aktuelle Realität sage, so habe ich bereits eine Verdoppelung. Die aktuelle Realität ist bereits auf verschiedene Weise von der virtuellen verseucht.

So besteht das Risiko, dass das Analoge ganz und gar verloren geht. Das zeigt sich, sobald wir die Herrschaft einer Technik über alles andere betrachten. Wenn alle analogen Repräsentationen, wenn sogar sowohl das Riechen, Hören, Sehen, Tasten per Telecat als auch der Körper mit Data-Suit (Datenanzug) und Data-Glove (Datenhandschuh) digitalisiert werden, so wird es möglich, die phänomenologische Realität durch die Maschine, den Motor der logischen Inferenz und die Elektronik zu rekonstruieren. Ich erinnere noch einmal daran, wir stehen erst am Anfang dieser Entwicklung. Meine Beschreibung ist ein Impressionismus. Was da passiert, beherrscht kein Mensch.

Quelle: Sehr französisch und typisch für meine Generation. Mit rasendem Stillstand lebenslänglich im Weltzeitgefängnis. Ein Gespräch mit Paul Virilio, Frankfurter Rundschau, 11. Dezember 1999)

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Darum ist der Deutsche Film so schlecht!

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The Future of the Book | IDEO

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Dueck spricht: Medienhypes & Fortschritt

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Alles dreht sich… und bewegt sich – Der Tanz und das Kino

Das Potsdamer Filmmuseum verbindet .. zwei problematische Ausstellungsthemen zu einem. Gelungen ist die Schau dennoch, weil die Schnittmenge der beiden Künste groß genug ist, um über Prinzipien ihrer Verwandtschaft nachzudenken. Vorbildlich geschieht dies vor allem im Katalog, also einem dritten Medium, das weder schwingt noch klingt, noch sich sonstwie bewegt. Darin werden die Themen, die in der Ausstellung durch Beispiele nur angerissen werden können, verfolgt oder auch erst begrifflich gefasst .. : Welche dramaturgische Funktion hat der Walzer im Spielfilm über die Jahrzehnte? Ist der Tanz ein Mittel der Exklusion, die Tanzfläche also ein Raum, auf dem über gesellschaftliche Zugehörigkeit entschieden wird? Welche Rolle spielt der Gigolo in Zeiten der Frauenbewegung? Wie reaktionär sind die Musicals der fünfziger Jahre? … Tanz und Kino, das war eben auch: Tanzen für die Kamera. Denn ungefähr gleichzeitig mit dem Aufkommen des Films entstanden die Reformbewegungen des Tanzes, mit denen das klassische Ballett mit seinen strengen Regeln überwunden werden sollte. (Quelle: Ist alles, was sich bewegt, gleich Kino? in der FAZ vom 26.09.17 von Verena Lueken)

Weitere Informationen:

Alles dreht sich… und bewegt sich – Der Tanz und das Kino

 

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Luhmann Systemtheorie – kurze Einführung

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Druckmaschinenhersteller wollen digitaler werden

Von Ralf Keuper

Zu den ersten Branchen, welche die volle Wucht der Digitalisierung zu spüren bekommen haben, zählt die der Druckmaschinen. Für Deutschland galt das in besondere Weise, haben bzw. hatten hier doch die drei größten Hersteller ihrer Sitz: Heidelberger Druckmaschinen, manroland und Koenig & Bauer. Die größte Belastungsprobe kam jedoch mit der Finanzkrise, in deren Folge alle drei Hersteller Federn lassen mussten; am meisten manroland; das Unternehmen ging in die Insolvenz. Heidelberger Druck musste Staatshilfe im großen Umfang in Anspruch nehmen, Koenig & Bauer musste indes ohne Hilfe auskommen.

Mittlerweile scheint die Talsohle erreicht. Sowohl Heideldruck wie auch KBA wollen die digitale Transformation voran treiben. Wie die FAZ in Die Weltmarke Heidelberger wird digital in der Ausgabe vom 21.09.2017 berichtet, hat der neue Chef Rainer Hundsdörfer neue datenbasierte Geschäftsmodelle im Visier:

Heidelberger könne heute schon auf alle Produktionsdaten von rund 10.000 installierten Druckmaschinen zugreifen – und Kunden nicht nur vorhersagen, wann ein Ersatzteil sinnvollerweise auszutauschen ist, sondern auch Beratung in Fragen der optimalen Nutzung geben.

Dieses Modell werde gerade um neue Kaufverträge ergänzt. Wenn Heidelberger schon alle Produktionsdaten kennt, könne man die Maschine auch selbst betreiben und dem Kunden nur die Nutzung (Kosten je bedruckten Boden) in Rechnung stellen. „Künftig steckt die Differenzierung am Markt nicht mehr im Maschinenpark, sondern in seinem Geschäftsmodell“.

Das ist an sich nicht spektakulär. Im Grunde handelt es sich dabei um das Geschäftsmodell Managed Services, wie es Triumpf Adler als Reaktion auf die fortschreitende Digitalisierung bereits seit Jahren anbietet.

Neu dagegen, jedenfalls nach meinem Kenntnisstand, ist die Ausweitung des Druckvorgangs auf andere Oberflächen und Objekte. Der Chef von Heideldruck wird mit den Worten zitiert:

Wir wollen auch Kunststoff, Glas oder Metall bedrucken. .. Im Extrem können wir mit dieser Technik (Roboter mit vorgesetztem Druckkopf) ganze Flugzeuge bedrucken.

Die FAZ führt dazu weiter aus:

Der angewandte Digitaldruck sei hier wesentlich hochwertiger als der Laserdruck oder der bisher für gewölbte Körper eingesetzt Tampondruck.

Im Gespräch mit der Mainpost aus Anlass des 200jährigen Bestehens von Koenig & Bauer antwortete der Vorstandsvorsitzende Claus Bolza-Schünemann auf die Frage, was das Internet und die Digitalisierung aus dem Unternehmen machen:

Wir sind wie vor 200 Jahren nach wie vor ein Druckmaschinenbauer. Was sich völlig verändert hat, sind die Produkte, die mit unseren Maschinen hergestellt werden. Friedrich Koenig hat mit der Zeitungsmaschine angefangen. Das war die Domäne dieses Hauses bis in die 1990er Jahre. Das hat sich sehr verändert durch das Leseverhalten, durch das Internet und durch verändertes Werbeverhalten. Wir haben deshalb große Geschäftsbereiche aufgeben müssen, wenn ich etwa an den Tiefdruck denke. Die Rolle der Zeitung ist heute sehr klein geworden, wenngleich sie nach wie vor wichtig ist. Wir haben unsere Aktivitäten sehr auf Verpackungsdruck in jeglicher Form verlagert.

Um die Rückgänge in anderen Bereichen, wie im Zeitungsdruck, aufzufangen, hat Koenig & Bauer beschlossen, wieder in den Flexodruck, die Bedruckung von Verpackungen, wie sie mit dem Online-Handel zugenommen haben, einzusteigen.

Die Druckmaschinenhersteller versuchen mittels digitaler Transformation die Pfadabhängigkeit ihres Geschäftsmodells zu überwinden bzw. zu verringern (Vgl. dazu:Die deutschen Druckmaschinenhersteller im Spannungsfeld von Digitalisierung, strategischer Anpassungsnotwendigkeit und organisatorischer Pfadabhängigkeit – eine empirische Analyse auf Branchen- und Unternehmensebene). Vor ähnliche Probleme sind die Hersteller von Geldausgabeautomaten sowie die Drucker von Geldnoten wie Giesecke & Devrient gestellt. In der Plattformökonomie, wo sich zwischen die Kunden und den Herstellern große Internetkonzerne schieben, sind Geschäftsmodelle, die auf Verkauf und Wartung ausgelegt sind, vom Aussterben bedroht. Digitalisierung an sich wird an diesem Dilemma nur wenig ändern können. Das Geschäftsmodell der Druckmaschinenhersteller ist B2B. Mit dem Endkunden hatten sie bislang keinen ausgeprägten Kontakt. Die Gefahr (beispielsweise mit Blick auf das Internet der Dinge) besteht darin, dass Heidelberger und KBA zu reinen Zulieferbetrieben degradiert werden. Ob der Wandel vom Hersteller zum Dienstleister die Lösung ist, wird sich zeigen.

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